Drittes Treffen des Thementischs Metall bei STAHL KREBS

Von grünem Stahl bis Closed Loop: Austausch zur Zukunft der Metallindustrie

Beim jüngsten Treffen des Thementisch Metall des Runder Tisch Zirkuläre Wertschöpfung NRW diskutierten Vertreter:innen aus Industrie, Wissenschaft, Netzwerkorganisationen sowie Mitarbeitende des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen über die Transformation der Metallindustrie hin zu einer klimaneutralen und zirkulären Wertschöpfung. Gastgeber der Veranstaltung war die ERNST KREBS KG in Solingen.

Im Mittelpunkt des offenen Austauschs standen zentrale Herausforderungen und Chancen der Circular Economy im Metallsektor insbesondere mit Blick auf Stahl. Diskutiert wurden unter anderem CO₂-reduzierter Stahl, regionale Wertstoffnetzwerke, Legierungsvielfalt und Stahlqualität.

Fachliche Impulse kamen aus unterschiedlichen Perspektiven:

  • Dr. Niklas Disch von STAHL KREBS beleuchtete die Herausforderungen der Umstellung auf CO₂-reduzierte Stahlproduktion über die Wasserstoffroute sowie die derzeit noch verhaltene Nachfrage nach grünem Stahl.
  • Barbara Meimeth stellte das Closed-Loop-System von KNIPEX vor, bei dem Produktionsschrotte direkt in Kooperation mit einem Stahlwerk zurückgeführt werden.
  • Johannes Kleine von der Bergische Universität Wuppertal sprach über Clean und Dirty Alloys und formulierte den Leitsatz: „So wenig Legierung wie möglich, so viel Legierung wie nötig.“

Die Diskussion machte deutlich, dass Kreislaufwirtschaft selbst bei vergleichsweise homogenen Stoffströmen wie Stahlprodukten eine hohe fachliche Komplexität mit sich bringt. Erfolgreiche Lösungen erfordern interdisziplinäre Zusammenarbeit von Werkstoffkunde und Fertigungstechnik über Betriebswirtschaft bis hin zu Marketing und Kommunikation entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Darüber hinaus wurde die wachsende Bedeutung regionaler Kooperationen hervorgehoben. Gerade im Bergischen Städtedreieck könnten starke Netzwerke, Qualitätsbewusstsein und enge Zusammenarbeit zu wichtigen Wettbewerbsvorteilen werden. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Transformation der Industrie nur gemeinschaftlich gelingen kann. Ziel sei es, Wertstoffnetzwerke aufzubauen und stärker in Kreisläufen statt im klassischen Reststoffmanagement zu denken.

Auch die im Rahmen des Thementischs erarbeiteten Handlungsfelder zeigen den hohen Bedarf an Zusammenarbeit und strukturellen Veränderungen. Diskutiert wurden unter anderem regionale Sammel- und Rücknahmesysteme für Schrotte, schnellere Genehmigungsverfahren sowie stärkere Wissens- und Transferangebote für den Mittelstand.

Der Austausch verdeutlichte zugleich, dass die Dekarbonisierung der Industrie große Chancen bietet, gleichzeitig aber neue Herausforderungen bei Rohstoffverfügbarkeit und Materialbedarf entstehen. Umso wichtiger seien resiliente regionale Netzwerke und kooperative Ansätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Das nächste Treffen des Thementisch Metall findet am 22. Juni bei STAHLWILLE Eduard Wille GmbH statt. Weitere Informationen erhalten Interessierte bei Veronika Guder von der Neue Effizienz gemeinnützige GmbH unter guder@neue-effizienz.de.